Zu Hause Energie sparen: die Gesten, die wirklich funktionieren
In einem französischen Haushalt macht die Heizung im Durchschnitt etwa zwei Drittel der Energierechnung aus, weit vor dem Warmwasser, dem Kochen und dem Strom der Geräte. Hier liegen also die größten Einsparungen, aber auch die einfachsten Gesten. Energie zu sparen bedeutet nicht, in der Kälte zu leben oder alles abzuschalten, was blinkt: Es geht darum, die Positionen anzugehen, die wirklich verbrauchen, und intelligente Einstellungen zu übernehmen. Hier sind die Gesten, die funktionieren, mit realistischen Größenordnungen statt magischer Versprechen.
Die Heizung: der erste Hebel
Die Solltemperatur um ein Grad zu senken, spart in der Regel etwa 7 % beim Heizverbrauch. Von 20 °C auf 19 °C in den Wohnräumen, nachts auf 16-17 °C zu senken und bei Abwesenheit eine Absenkung zu programmieren, wirkt also stärker als alle anderen Gesten zusammen. Den Kessel einmal jährlich warten, die Heizkörper entlüften und die richtige Einstellung der Anlage prüfen zu lassen, gehört zu den rentabelsten Maßnahmen: Ein falsch eingestelltes System verbraucht, ohne etwas zu bringen.
Die Beleuchtung: alles auf LED umstellen
- Eine Glüh- oder Halogenlampe durch eine LED zu ersetzen, teilt den Beleuchtungsverbrauch etwa durch 4 bis 5
- Denken Sie an LEDs in den lange beleuchteten Räumen: Wohnzimmer, Küche, Flure, Außenbeleuchtung
- Schalten Sie das Licht beim Verlassen eines Raums aus, aber strengen Sie sich nicht an: Das Einschalten verbraucht nicht mehr als ein paar Sekunden Nutzung
- Nutzen Sie das natürliche Licht maximal und abends die Nachttischlampen statt der Deckenleuchte
- Installieren Sie Präsenzmelder in Fluren und WC: kein vergessenes Licht mehr
Die Geräte im Standby: eine unsichtbare Verschwendung
Die Geräte im Standby (Fernseher, Internetrouter, Konsolen, angeschlossene Ladegeräte, Geräte mit Uhr) machen in der Regel einige Prozent der Stromrechnung aus, je nach Anzahl der Geräte manchmal mehr. Ihr kumulierter Verbrauch kann einige hundert Kilowattstunden pro Jahr erreichen, also einige Dutzend Euro. Die einfachste Lösung: Die Audio-Video- und Computergeräte an Steckdosenleisten mit Schalter anschließen und abends alles abschalten. Der Internetrouter, der Tag und Nacht läuft, ist oft die erste Position: Je nach Nutzung kann es erwägenswert sein, ihn nachts auszuschalten, wenn Sie keine Festnetztelefonie brauchen.
Die Kälte: Kühlschrank und Gefrierschrank
- Stellen Sie den Kühlschrank auf etwa 4 °C und den Gefrierschrank auf etwa -18 °C: Jedes Grad darunter kostet mehr
- Lassen Sie die Geräte atmen: Ein Kühlschrank direkt an der Wand oder in einer schlecht belüfteten Nische verbraucht mehr
- Tauen Sie den Gefrierschrank ab, bevor sich eine dicke Eisschicht bildet: Das Eis isoliert und lässt den Motor öfter laufen
- Ersetzen Sie abgenutzte Türdichtungen, die die Kälte entweichen lassen
- Ein alter energiehungriger Kühlschrank kann ein Vielfaches mehr verbrauchen als ein neues Modell der Klasse A
Das Warmwasser: jeder Liter zählt
Das Erwärmen des Wassers macht in der Regel 10 bis 15 % der Energierechnung einer Wohnung aus. Kürzere Duschen, ein Sparduschkopf, ein Strahlregler an den Wasserhähnen und ein gut eingestellter Warmwasserspeicher (etwa 55 bis 60 °C, weder zu viel noch zu wenig) reduzieren zugleich den Wasser- und den Energieverbrauch. Der Boiler muss gewartet werden: Ein verkalktes Heizelement heizt schlechter und verbraucht mehr. Ist Ihr Speicher sehr alt und liefert wenig Warmwasser, ist der Austausch durch ein besser isoliertes Modell oft rentabel.
Kochen und Waschen: die kleinen Gesten
- Decken Sie die Töpfe während des Kochens ab: Das Wasser kocht schneller und der Energieverbrauch sinkt
- Verwenden Sie Töpfe passend zur Größe der Kochfelder und bevorzugen Sie, falls vorhanden, Induktion
- Waschen Sie die Wäsche, wann immer möglich, bei 30 °C und wählen Sie die Eco-Programme von Waschmaschine und Geschirrspüler
- Lassen Sie die Geräte nur voll laufen: Ein halb voller Zyklus verschwendet Wasser und Strom
- Trocknen Sie die Wäsche wann immer möglich an der Leine oder auf dem Ständer; der Wäschetrockner bleibt sehr energiehungrig
Die Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Die Heizung auf 23 °C stellen in der Hoffnung, schneller zu heizen: Der Kessel verbraucht nur mehr
- Einen Kühlschrank vor dem Wochenende abschalten, um zu „sparen“: Die Lebensmittel tauen auf und das Neustarten kostet mehr
- Mehrere elektrische Zusatzheizungen einsetzen: oft die im Betrieb teuersten Geräte
- Den „Stromsparern“ vertrauen, die online verkauft werden und in eine Steckdose gesteckt werden: Die meisten reduzieren den tatsächlichen Verbrauch nicht
- Ein sehr energiesparendes, aber für seine Nutzung überdimensioniertes Gerät kaufen
Energie zu Hause zu sparen beruht auf einigen starken Hebeln – der Einstellung der Heizung, der Umstellung auf LED, der Jagd auf Standbys und der Sparsamkeit beim Warmwasser – und auf vielen kleinen Gesten, die sich summieren. Die tatsächlichen Einsparungen variieren je nach Wohnung und Gewohnheiten, aber eine Reduzierung der Energierechnung in der Größenordnung von 10 bis 20 % ist für die meisten Haushalte realistisch, die diese Ratschläge ohne Investition anwenden. Leistungsfähigere Geräte (Isolierung, neuer Kessel) verlängern diese Anstrengung, aber die täglichen Gesten bleiben der erste, kostenlose und unmittelbare Schritt.